Eine Checkliste für Unternehmen

Diese Checkliste wurde aus den Faktoren individueller Resilienz abgeleitet und basiert auf Erfahrungen aus einer Vielzahl von Beratungsprojekten in Organisationen. Sie können mit ihr überprüfen, ob Ihre Organisation über Widerstandskraft verfügt. Das ist – zugegeben – gewagt und ziemlich subjektiv, aber recht ertragreich, finden wir. Ich freue mich über eine lebhafte Diskussion! (Carsten Schäper)

Liebe zur Realität

Wie gerne und kompetent stellen wir uns der Realität?

Auch und gerade die kritische Information fließt ungehindert im Unternehmen. Unterschiedliche Sichtweisen sind erwünscht und werden gefördert. Das Top-Management weiß, was man „unten“ denkt und fühlt und umgekehrt. Man stellt häufig die Frage: „Ist das (wirklich) wahr?“ oder Varianten davon und führt dann eine lebhafte Diskussion.

Unabhängigkeit

Wie sehr sind wir Herren unseres Schicksals und empfinden dies auch so?

Das Unternehmen verfügt über eine hohe Eigenkapitalquote. Mitarbeiter sind gut ausgebildet und werden von anderen Unternehmen umworben. Die Kundenbasis ist breit. Man weiß, dass man Krisen gemeinsam durchstehen kann.

Netzwerk und Beziehungen

Wie verbunden sind wir mit anderen?

Gute und langjährige Beziehungen zu allen Lieferanten werden gepflegt. Wir sind schon mindestens ein Mal zu einem Lieferanten gestanden, als dieser in wirtschaftlichen Schwierigkeiten war. Unsere Mitarbeiter-Fluktuation ist unterdurchschnittlich. Kunden werden in Entwicklungsprozesse eingebunden. Mit den Gemeinden, in denen wir unsere Standorte haben, pflegen wir gute Beziehungen, ebenso mit unseren Konkurrenten. Unfaire Praktiken sind uns fremd.

Initiative

Wie sehr sind wir es gewohnt anzupacken?

Viele unserer Produkte sind jünger als fünf Jahre. Erneuerung macht uns (auch) Spaß. Veränderungsprojekte verlaufen bei uns verblüffend reibungsarm. Mitarbeiter sind Veränderungen gewöhnt. Wir haben kein Betriebliches Vorschlagswesen, weil unsere Führungskräfte ganz selbstverständlich dafür sorgen, dass permanent über Verbesserung nachgedacht wird.

Ressourcenmanagement

Wie gut gehen wir mit uns selbst um?

Die Gesundheit unserer Mitarbeiter ist Thema. Man darf sich um sich selbst kümmern, auch wenn einmal etwas liegen bleibt. Angemessene Arbeitszeiten werden eingehalten. Der Chef geht als erster, nie als letzter. Wenn man Mitarbeiter fragt, sprechen sie von angemessener Belastung und nicht von permanenter Überforderung. Die Organisation überlastet sich nicht, indem sie zu viele Projekte gleichzeitig anpackt. Man darf auch einmal Fünfe gerade sein lassen und alles ein wenig leichter nehmen. Man lacht miteinander, Galgenhumor ist der Organisation fremd.

Werte und Sinn

Wie sinnhaft erleben wir unser Tun?

Es gibt tragfähige und erprobte Werte im Unternehmen. Sie sind allen bekannt und haben sich in Krisenzeiten bewährt.
Man bezieht sich auf sie, auch und gerade wenn schwierige Entscheidungen zu treffen sind. Man kann das Top-Management jederzeit damit konfrontieren. Dieses stellt sich selbst die Frage, ob sein Verhalten wertekonform ist.

 

Quelle: http://www.janusteam.de/publikationen/forum/ausgabe_2010_06/organisationale_resilienz.php